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Borreliose

Im Grunde unterscheidet man die Borreliose in zwei verschiedene Typen, dem Rückfallfieber welches durch das Bakterium Borrelia recurrentis ausgelöst wird und dem Lyme-Borreliose welche durch Borrelia burgdorferi hervorgerufen wird.

Das Rückfallfieber ist mit der FSME die häufigste von Zecken übertragene Krankheit. Auch Läuse können Borreliose Erreger übertragen. Die Krankheit selber wird durch Borrelia Bakterien hervorgerufen und kann effektiv mit vom Arzt verschriebene Antibiotika behandelt werden.
Die Symptome einer Borreliose können sehr verschieden sein, deswegen spricht man von einer multisystemischen Krankheit. Der Englische Name für Rückfallfieber aller Art ist relapsing fever.

Weiter Krankheitszeichen nach einem Zeckenbiss in Verbindung mit Borreliose Symptomen:

  • Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Brechreiz

Da die Symptome einer Borreliose auf mehrere Krankheiten zutreffen können, ist es schwierig eine Borreliose zu diagnostizieren. Eine der wenigen charakteristischen Symptome bei einer Borreliose ist die Wanderröte. Die ringförmige Hautrötung kann einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich rund um die Einstichstelle beobachtet werden. Dabei kann die Einstichstelle anschwellen und die Rötung stärker und größer werden. Diese Hautrötung tritt jedoch nicht bei allen Patienten auf. Pro 100.000 Einwohnern werden in Bundesländern mit Meldepflicht zwischen 20 und 90 Borreliosefälle gemeldet. Während die FSME in Deutschland nur in bestimmten Risikogebieten auftritt, ist bei der Borreliose von einer Infektionsgefährdung in allen Landesteilen auszugehen.

Das meist gefürchtete aber auch seltenste Rückfallfieber ist das Läuserückfallfieber welches durch Kopfläuse übertragen werden kann und den Borrelia duttoni zu verdanken ist. Die Existenz des Rückfallfiebers und Teile des Krankheitsbildes wurde 1868 erstmals nachgewiesen.

Läuserückfallfieber

Das wird, wie der Name schon sagt, durch Kleiderläuse und Kopfläuse übertragen die zuvor an einem infizierten und erkrankten Wirt gesessen haben. Die Bakterien reichern sich dann einige Tage in der Laus an und infizieren den nächsten Menschen den die Laus bevölkert. Die Erreger werden an die Nachkommen der Zecke weitergegeben, die dann schon als Zeckennymphe die Borrelien übertragen können. Bei Reisen unter schlechten hygienischen Bedingungen in endemische Gebiete besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Nach Eintritt der Erreger auch über die intakte Haut oder Schleimhaut, kommt es über Lymph- und Blutgefäße zu einer Ausbreitung über den gesamten Organismus. Die Rückfallfieber-Borrelien vermehren sich nur innerhalb der Blutgefäße, können sich aber in andere Organe ablagern. Normal sind mehrere Fieberanstiege im Verlauf der Krankheit zu erleiden. Meistens mit wenigen Tagen Unterbrechung.
Beim Läuserückfallfieber kann man bis zu vier Fieberanstiege erleiden. Wenn der Erreger nicht nachhaltig bekämpft wird, kann es zu einem tödlichen Verlauf und im schlimmsten Fall zu einem Multiorganversagen. Erneute Infektionen nach überstandenem Rückfallfieber sind möglich und verlaufen dann aufgrund einer erworbenen Immunität milder.

Zeckenrückfallfieber (Lyme-Borreliose)

Die Inkubationszeit, die Zeit zwischen Infizierung und den ersten Symptomen, beträgt bei Rückfallfieber oftmals 5 Tage wobei diese von 24 Stunden bis hin zu 14 Tagen dauern kann. Die Erkrankung beginnt mit plötzlichem, hohen Fieber. Normal sind mehrere Fieberanstiege im Verlauf der Krankheit zu erleiden. Meistens mit wenigen Tagen Unterbrechung. Beim Zeckenrückfallfieber kann man bis zu elf Fieberschläge erleiden. Folgende Beschwerden im Krankheitsverlauf des Rückfallfiebers sind normal:

  • Übelkeit
  • Gelenk- und Gliederschmerzen
  • Brust- und Kopfschmerzen
  • Fieber (bis zu 40 ºC)
  • Nasenbluten (oder Hauteinblutungen)
  • Gelbfärbung der Haut
  • Bewusstseins- und Konsentrationsstörungen
  • Husten
  • Atemnot

Der erste Fieberschub dauert etwa 5–7 Tage gefolgt von einem fieber- und symptomfreien Intervall von 1–21 Tagen (häufig 5–7 Tage). Die folgenden Fieberanfälle nehmen in der Regel an Dauer und Intensität ab. Das unbehandelte Rückfallfieber hat üblicherweise eine Tätlichkeit von 20 %, beim Läuserückfallfieber bis zu 50 % (bei Epidemien bis 70 %). Bei einfacher antibiotischer Behandlung liegt diese bei 1-5 %. Bei einer Infektion in der Schwangerschaft ist eine Fehlgeburt die häufige Konsequenz. Spontan Aborte die durch die starken Fieberschübe ausgelöst wurden. Das Rückfallfieber behandelt man am häufigsten mit den Antibiotika Tetracyclin, Doxycyclin, Penicillin oder Erythromycin.

Ein häufiger Fehler bei der Therapie der Rückfallfieber ist ein zu langer Zeitraum zwischen den einzelnen Antibiotika-Gaben; meistens darf ein Intervall von sechs Stunden nicht überschritten werden. Eine Therapiedauer von sieben Tagen ist meist ausreichend. Die Krankheit kann jedes Organ befallen, speziell das Nervensystem und die Gelenke. Die Erkrankung kommt beim Menschen und allen anderen Säugetieren sowie Vögeln vor. Die Übertragung erfolgt vor allem durch den Holzbock, eine häufige Zeckenart. Die Wahrscheinlichkeit, nach einer in Deutschland erlittenen Zeckenattacke an Borreliose zu erkranken, liegt bei 1 zu 300. Die Durchseuchung, die Menge an infizierten Zecken in Relation zu allen Zecken in der Region, liegt in Deutschland im Durchschnitt bei 20%.

Zecken sind weltweit Überträger von mehr als 50 Krankheiten. Die Einstichstelle sollte mehrere Wochen nach dem Zeckenbiss beobachtet und regelmässig untersucht werden. Nur so lassen sich Symptome im Frühstadium erkennen. Die Deutsche Borreliose-Gesellschaft empfiehlt die Zeckenstelle vier bis sechs Wochen lang täglich selber zu kontrollieren damit das mögliche Auftreten einer Wanderröte umgehend erkannt und behandelt werden kann.

Stadium I: Es treten Symptome wie Wanderröte, Schwellungen, Fieber, Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen auf. Rötung kommt nur bei einer durch eine Zecke verursachte Borreliose Erkrankung vor. Nach einigen Tagen können die charakteristischen Symptome für Borreliose 1. Stadium auch von selbst zurück gehen. Das ist jedoch kein Beleg für die Heilung sondern meist nur die Ruhe vor dem Sturm. Fieber kann, muss aber nicht mit dabei sein. Des Weiteren können sich erhebliche Müdigkeits- und Erschöpfungsgefühle oder neu auftretende und wieder verschwindende Gelenkschmerzen zeigen. Im ersten Stadium kann die Borreliose noch gut mit Antibiotika behandelt werden. Notwendig ist jedoch eine ausreichend lange und hoch genug dosierte Therapie. Fragen Sie hierzu Ihren Hausarzt.

Stadium II: Im zweiten Sadium, die fortgeschrittene Stufe der Borreliose, können noch weitere Krankheitszeichen auftreten, von Hirnhautentzündung über starke Schmerzen bis hin zu Herzproblemen. Sobald oben beschriebene Symptome der Krankheit auffällig werden, sollte umgehend ein Arzt kontaktiert werden. Häufig ist auch eine Gesichtslähmung das Resultat einer Borreliose. Nach etwa 4 bis 16 Wochen, nach anderen Quellen nach 20 bis 59 Tagen breiten sich die Erreger im ganzen Körper aus. Der Patient leidet dann an grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen, was die Erkennung der Krankheit erschwert.

Charakteristisch sind starke Schweißausbrüche. Durch die Ausbreitung im Körper kann es zu einem Befall der Organe, der Gelenke und Muskeln sowie des zentralen und peripheren Nervensystems kommen. Weiterhin kann es zu Störungen des Tastsinns, Sehstörungen und Herzproblemen kommen, was sich manchmal durch Herzklopfen und hohen Blutdruck sowie Pulsbeschleunigung bemerkbar macht. Das Immunsystem ist in diesem Stadium oft nicht mehr in der Lage, die Infektion intensiv zu bekämpfen.

Borrelien halten sich nur kurz im Blut, jedoch länger im Bindegewebe auf. Hier sind sie vom Immunsystem und durch Antibiotika nur schwer zu eliminieren. In diesem Stadium muss ausreichend Antibiotika gegeben werden. Die Wahl des Antibiotikums richtet sich nach dem Befall und der Erkrankungsform. Wenn die Borreliose nicht rechtzeitig und ausreichend behandelt wird, so kann die Erkrankung fortschreiten und zu bleibenden Organschäden führen.

Stadium III: Im chronischen Spätstadium, treten auch häufig Gelenkentzündungen auf. Zudem kann sich die Haut der betroffenen Person wie Pergamentpapier anfühlen und ggf. abblättern. Wenn die Borreliose nicht rechtzeitig behandelt wird, kann es zu einer Erregerpersistenz kommen. Die Krankheit kommt dann immer wieder, was Herzprobleme und Gefäßentzündungen mit sich führen kann.

Die Prognose nach frühzeitiger antibiotischer Behandlung im ersten Stadium ist gut. Fraglich ist allerdings, ob die Lyme-Borreliose im III. Stadium noch heilbar ist.

  
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